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Dienstag, 20. Mai 2025

Vergessen, dass ich vergesslich bin – Willkommen im ADHS-Kopfchaos!

 

Neulich stand ich im Flur mit dem Handy in der Hand. Irgendwas wollte ich nachschauen – ich war mir sicher, es war wichtig. Eine Adresse? Ein Rezept? Eine Information, die mein Leben verändern könnte? Stattdessen landete ich auf Instagram, scrollte durch ein Video mit tanzenden Hunden und… tja. Das war’s. Als ich mich wieder fing, starrte ich mein Handy an wie ein Fremdobjekt und dachte: Warum zum Henker habe ich das Ding überhaupt in der Hand?

Willkommen in meinem Alltag mit ADHS.

Vergesslichkeit – auf meine ganz persönliche Art

Bei mir ist es nicht das klassische „Ich hab deinen Geburtstag vergessen“ (okay, auch das), sondern eher die kreative Version von Vergesslichkeit. Ich will etwas nachsehen, gehe mit festem Vorsatz ans Handy – und werde unterwegs von irgendeiner Push-Nachricht, einem bellenden Hund oder meiner eigenen Gedankenflut abgelenkt. Und zack: Das, was ich eigentlich tun wollte, ist einfach… puff… weg.

Und als wäre das nicht schon skurril genug, gibt’s noch das „Ich-verlege-mein-Handy-auf-die-ungewöhnlichste-Art-und-Weise“-Phänomen. Es ist wirklich ein Talent. Ich habe mein Handy schon im Kleiderschrank gefunden, in der Leckerli-Schublade der Hunde, zwischen den Sofakissen, in der Kücheneben der Küchenmaschine  und einmal – ungelogen – in auf der Waschmaschine (zum Glück nicht mit Schleudergang).

ADHS-Gedanken: schnell wie ein Gepard, konsequent wie ein Goldfisch

Unser Gehirn ist ein Wunderwerk der Spontaneität. Es feuert Ideen raus wie ein Silvester-Feuerwerk, nur ohne vorherigen Countdown. Während ich diesen Text schreibe, habe ich bereits dreimal nachgedacht, ob ich die Pflanzen gegossen habe, ob der Paketbote klingelt, ob ich nicht vielleicht doch besser Wäsche zusammenlegen sollte – und, ach ja: Was wollte ich eigentlich sagen?

Humor ist mein Rettungsanker

Ja, es ist frustrierend. Ja, manchmal bringt mich meine eigene Vergesslichkeit an den Rand der Verzweiflung. Aber weißt du was? Ich habe beschlossen, darüber zu lachen – am besten laut. Denn wenn ich mich über jeden verlegten Gegenstand und jede vergessene Info ärgere, komme ich zu nichts anderem mehr.

Mittlerweile gehört der Satz „Wo ist mein Handy?!“ fest zum täglichen Ritual. (Meine Hunde wissen schon, wenn ich hektisch durch die Wohnung stapfe, dass gleich ein Snack rausspringt – weil ich beim Suchen ja wieder in die Leckerli-Schublade greife.)

Was manchmal hilft (und manchmal nicht):

  • Sprachmemos statt Notizen: Wenn ich schnell ins Handy spreche, bevor ich wieder abdrifte, hilft das manchmal. Manchmal finde ich die Memos zwar nie wieder, aber hey – der Wille zählt.
  • Feste Plätze für Chaos-Objekte: Schlüssel, Handy, Hirn (okay, das letzte ist variabel) – alles hat bei mir theoretisch einen Platz. Praktisch… naja.
  • Humor & Nachsicht: Ich bin nicht mein Vergessen. Ich bin die Frau, die trotzdem durch den Tag kommt – mit Hund, Herz und Handy (wenn ich’s finde).

Fazit:
Meine Vergesslichkeit ist keine Schwäche, sondern ein Teil meiner ganz persönlichen ADHS-Choreografie. Sie tanzt mit, stolpert, verliert den Takt – aber sie gehört dazu. Und solange ich irgendwann wieder weiss, was ich eigentlich machen wollte, ist doch alles gut.

Und falls du gerade nicht mehr weisst, warum du diesen Blog gelesen hast – keine Sorge. Willkommen im Club!

Vergeslichkeit


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